Akademisches Lehrkrankenhaus
der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg

Zentrale Ultraschallabteilung

Leiter der Abteilung: Dr. med. Peter Matheiowetz
Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie DDG
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Eine der Grundvoraussetzungen der gastroenterologischen Diagnostik ist die Sonographie (Ultraschalluntersuchung), die eine der Schwerpunkte der Abteilung für Gastroenterologie / Stoffwechselerkrankungen darstellt. Pro Jahr werden mehr als 5.000 Ultraschalluntersuchungen für unterschiedliche Abteilungen des Klinikums durchgeführt. Die Sonographie ist das am häufigsten benutzte bildgebende Verfahren in der Medizin. Das Verfahren ist schmerzlos und ohne schädliche Strahlenbelastung oder anderweitige negative Folgen für den Patienten. Die DEGUM ist u. a. Mitglied einer europäischen und einer internationalen Watch-Doc-Gruppe, die ständig allen Hinweisen auf mögliche Risiken bei der Anwendung von Ultraschall nachgeht. Hierbei wird wissenschaftlich auf eine vierzigjährige klinische Erfahrung zurückgeblickt. Ultraschall von Schwangeren und Kindern ist risikolos. Der Embryo sollte, allein schon aus Sicherheitsgründen, jedoch nur bei Notwendigkeit und nicht aus Neugierde geschallt werden (vor allem bei Verwendung von diversen Dopplerverfahren).

Moderne Hochleistungsgeräte und Einsatzgebiete

Für die Ultraschalluntersuchung stehen modernste Hochleistungsgeräte mit allen Untersuchungsmöglichkeiten einschließlich der Doppler- und Farbdoppleruntersuchung, der Kontrastmittel- sowie der Endosonographie zur Verfügung. Die entsprechenden Ultraschalluntersuchungen können sozusagen in allen Körperbereichen eingesetzt werden, wie z. B. Bauchraum, Schilddrüse, Thorax, Gefäße, Haut. Bereits mit dem Ultraschall können viele Diagnosen gesichert werden.
Weiterhin führen wir mittels der Sonographie ultraschallgezielte diagnostische und auch therapeutische Punktionen durch und können so Gewebeproben entnehmen. Wir führen Leberblindpunktionen und gezielte Leberpunktionen, Tumorpunktionen sowie Abszessdrainagen, Zystenentleerungen und unter Umständen auch Verödungen bestimmter Tumore durch.
Das Prinzip der Ultraschalluntersuchung basiert auf Reflexion von Ultraschallwellen, bei welchen die ermittelten Daten durch eine computerunterstützte Auswertung auf einen Bildschirm übertragen werden und so zahlreiche Organe und Körperregionen „live" untersucht und dargestellt werden können. Die Auflösung liegt hierbei deutlich unter 1 mm.

Farbcodierte Duplexsonographie

Mit der farbcodierten Duplexsonographie kann die Durchblutung von Organen und Blutströmungen in verschiedenen Gefäßen direkt dargestellt und mit unterschiedlichen Farben abgebildet werden. Hierfür gibt es einen Farbdoppler, Spektraldoppler, Powerdoppler und andere, bei welchen die Durchblutung von den Organen und Gefäßen als Geräusche, Kurven oder Farbbild dargestellt werden. So lassen sich verengte oder verschlossene Gefäße beurteilen. Durch hochwertige Geräteausstattung und kontinuierliche Weiterbildung unserer Ärzte können wir Ihnen diese Methode für den abdominellen Bereich, für die Extremitäten, z. B. zum Ausschluss eines Beinvenenverschlusses oder durch einen Thrombus, oder auch der Schilddrüse und den Lymphknoten an unserer Klinik anbieten.

Kontrastmittel-Ultraschall

Seit einigen Jahren werden Kontrastmittel nicht nur in der Radiologie, sondern auch im Ultraschall verwendet. Hierbei sind Kontrastmittel sogenannten Echosignalverstärker. Im Gegensatz zu den nebenwirkungsreicheren Röntgenkontrastmitteln handelt es sich hierbei um winzigste Gas- oder Luftbläschen, die sich nach wenigen Minuten von selbst auflösen oder nach circa 15 Minuten über die Lunge abgeatmet werden. Sie sind unschädlich für den Organismus und somit gut verträglich und bis auf sehr seltene allergische Reaktionen frei von Nebenwirkungen.

Da sie kein Jod enthalten, führen sie nicht zu den röntgenbekannten Kontrastmittelallergien. Somit kann diese Methode auch bei Patienten, die eine bekannte Kontrastmittel- oder Jodallergie haben, eingesetzt werden. Modernste Kontrastmittelsoftware ermöglicht uns z. B. den Nachweis winziger Lebertumore und das ganz ohne schädliche Röntgenstrahlen; auch die Unterscheidung zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren ist hierdurch mit hoher Treffsicherheit möglich und kann Patienten somit u. U. eine Punktion ersparen.

Der Ultraschall inkl. der farbcodierten Duplexsonographie findet auch bei der Schilddrüsensonographie Anwendung. Hierbei können Entzündungen der Schilddrüse, Über- oder Unterfunktionen von möglichen bös- oder gutartigen Raumforderungen abgegrenzt werden. Mittels sonographisch gesteuerten Schilddrüsenpunktionen kann die Dignität eines Tumors bestimmt werden.

Endosonographie

Die Endosonographie des Gastrointestinaltraktes gibt es sowohl gastral (d. h. durch den Magen) als auch transrektal (d. h. durch den Enddarm). Bei der gastralen Endosonographie wird ein Schlauch, ähnlich wie bei der Magenspiegelung, bis in den Zwölffingerdarm vorgeschoben. Hierbei schläft der Patient gesteuert durch entsprechende Medikamente, so dass er wie bei entsprechenden endoskopischen Untersuchungen nichts von dieser Untersuchung verspürt. Auch hier erfolgt ein Monitoring des Herzkreislaufsystems. Das endoskopische Bild des Magens zeigt im entsprechenden Monitor die Lage des Endoskopes wie bei der Magenspiegelung an, während die am Endoskop befindliche Ultraschallsonde (Radial- oder Sektorscanner oder Minisonden-Endosonographie) das Bild auf den Monitor des Ultraschallgerätes überträgt. Im Rahmen dessen ist dann eine Tumoreinordnung, z. B. im Sinne der tiefen Ausdehnung in Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm möglich und damit die Entscheidung, ob ein Tumor oder Polyp endoskopisch oder operativ abgetragen werden kann.
Des weiteren wird diese Methode sehr häufig genutzt, um winzigste Steine (Mikrolithen), welche im normalen Ultraschall nicht immer eingesehen werden können, darzustellen. Damit kann die Entscheidung, ob eine ERCP (Gallengangs-, Bauchspeicheldrüsengangsspiegelung) notwendig ist, sicher getroffen werden. Ebenfalls wird die Bauchspeicheldrüse hierbei hoch auflösend eingesehen und kleinste Tumore sowie die Gradeinteilung einer Bauchspeicheldrüsenentzündung dargestellt. Mögliche Pankreaspseudozysten oder einzelne Tumore können endosonographisch zum Zwecke der Diagnostik oder der Therapie punktiert werden. Des weiteren kann die Endosonographie bei entsprechender bösartiger Erkrankung zum Staging eines Tumorleidens zur Verlaufskontrolle unter Chemotherapie genutzt werden.

Bei der transrektalen Endosonographie wird ein starres Endosonographiegerät wenige Zentimeter in den Enddarm bei wachem Patienten eingeführt. Die Untersuchung ist praktisch schmerzfrei und erlaubt eine präoperative Einschätzung der Tumorgröße. Hierdurch kann der Chirurg das optimale Operationsverfahren auswählen und sofern möglich den Schließmuskel erhalten.