St. Josefskrankenhaus Heidelberg GmbH

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg . Landhausstr. 25 . 69115 Heidelberg (Weststadt) . www.st.josefskrankenhaus.de

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Gynäkologie

gyn startUnser Leistungsspektrum operativer Gynäkologie umfasst alle gängigen gynäkologischen Operationsverfahren unseres Fachgebietes. Unser Ziel ist es, durch individuelle Betreuung der Patientin, in möglichst kurzer Zeit ein optimales Behandlungsergebnis zu erreichen. Dies wird erreicht durch qualifizierte fachärztliche Kompetenz, wenig belastende endoskopische Operationsverfahren, durch prä- und poststationäre Behandlung, sowie bei bestimmten Voraussetzungen durch ambulante Operationen. Unser besonderes Anliegen ist es, gewebeschonend und möglichst organerhaltend zu operieren.

Nur in enger Zusammenarbeit mit den einweisenden Kolleginnen und Kollegen und unter Berücksichtigung der individuellen Wünsche der Patientinnen kann dieses Konzept verwirklicht werden.

Konsequenterweise wurde ein Schwerpunkt der Abteilung auf die organerhaltende Behandlung von Uterusmyomen gelegt.

Um Ihnen den Krankenhausaufenthalt so kurz wie möglich zu gestalten, werden viele kleinere Eingriffe in unserer Klinik ambulant durchgeführt.

Im Rahmen einer Voruntersuchung und im persönlichen Gespräch werden wir gemeinsam mit Ihnen entscheiden, ob eine ambulante Operation für Sie geeignet ist. Anschließend wird ein Termin vereinbart.

Am Tag der Operation dürfen Sie bereits wenige Stunden nach dem Eingriff das Krankenhaus wieder verlassen. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Weiterbetreuung auf unserer Station.

Das Spektrum unserer ambulanten Operationen umfasst

Blasenschwäche (Harninkontinenz) und Senkungsbeschwerden (Deszensus)

Viele Frauen, auch in jungem Alter, sind von Blasenschwäche (Harninkontinenz) oder einer Senkung der Gebärmutter (Deszensus) betroffen. Beide Beschwerden fallen unter den Überbegriff Beckenbodenschwäche.

Typische Zeichen einer Beckenbodenschwäche sind Rückenschmerzen, Verstopfung und ungewollter Harnabgang, aber auch Blasenentleerungsstörungen mit wiederkehrenden Blasenentzündungen.

Obwohl es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, werden die Beschwerden aus Schamgefühl und Unsicherheit oft verschwiegen und der Weg zum Arzt nicht gewählt.

Bei der Blasenschwäche gibt es verschiedene Formen, die unterschiedlich behandelt werden. Zum Beispiel steht bei der so genannten Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz) die medikamentöse Behandlung im Vordergrund. Bei anderen Inkontinenzformen kann eine Operation sinnvoll sein. Dies ist zum Beispiel eine Scheidenplastik (Kolporrhaphie), oder eine sogenannte TVT-Einlage (tension free vaginal tape). Hierbei wird ein Kunststoffbändchen unterhalb der Harnröhre eingelegt, welches mit dem Gewebe verwächst und so zu einer Beseitigung der so genannten Stressharninkontinenz führt.

Bei der Behandlung von Senkungsbeschwerden (Deszensus) stehen ebenfalls verschiedene Operationsverfahren zur Wahl. Die Eingriffe werden überwiegend über die Scheide z.B. Scheidenplastik (Kolporrhaphie) durchgeführt, selten erfordern sie einen Bauchschnitt. Auch der Einsatz eines Kunststoffnetzes (z.B. Parietex), das den Beckenboden stabilisiert, ist möglich.

Die Wahl der optimalen Behandlungsmethode hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Daher legen wir großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und eine individuelle Beratung der betroffenen Frau.

Endoskopie – der Blick durch das Schlüsselloch

Das sogenannte minimal-invasive Operieren erlaubt heute Eingriffe in schonender und kosmetisch vorteilhafter Weise. Dies bedeutet im Vergleich zu herkömmlichen Operationstechniken weniger Schmerzen und eine schnellere Erholung nach dem Eingriff. Einige dieser Operationen können auch ambulant durchgeführt werden. Zu den endoskopischen Operationstechniken zählen die Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) und die Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Einsatzgebiete der Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie):

Einsatzgebiete der Bauchspiegelung (Laparoskopie)

Bösartige Tumorerkrankungen

In unserer Abteilung für Frauenheilkunde werden alle Tumorerkrankungen am inneren und äußeren Genitale sowie an der Brust behandelt.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, arbeiten wir bei der Diagnose und Behandlung Ihrer Erkrankung interdisziplinär mit den anderen Fachabteilungen im Haus zusammen, der Chirurgie, der Anästhesie, der Radiologie, der Intensivmedizin und der Inneren Medizin sowie mit einem niedergelassenen plastischen Chirurgen.

Brustkrebs (Mamma-Carcinom)

Die Diagnostik von Brustveränderungen erfolgt in unserer radiologischen Abteilung mit Mammographie bzw. mit hochauflösendem Ultraschall. Noch vor der eigentlichen Operation wird mittels Feinnadelpunktion Tumorgewebe entnommen und in der Pathologie der Universitätsklinik Heidelberg untersucht. Auf diese Weise erhält man wichtige Informationen über den Tumor und kann das weitere therapeutische Vorgehen genau abgestimmt planen. Dabei sind uns die Gespräche mit der Patientin außerordentlich wichtig.

Operativ streben wir immer den kleinstmöglichen Eingriff an, das heißt eine brusterhaltende Therapie mit Entfernung des Wächterlymphknotens aus der Achselhöhle (Sentinel-Lymphonodektomie). Leider ist dies nicht immer möglich. Sollte eine Brustdrüsenentfernung notwendig sein, ist eine Brustrekonstruktion mittels Eigengewebe oder Prothese möglich. Der kosmetische Brustaufbau erfolgt in enger Kooperation mit dem plastischen Chirurgen Dr. Rhode.

Neben der operativen Therapie führen wir die medikamentöse Tumorbehandlung (z.B. Chemotherapie) in unserer Abteilung durch. Sie findet bei Brustkrebs meist als begleitende (adjuvante) Therapie im Anschluss an die Operation statt und wird ambulant durchgeführt.
Chemotherapien, die vor einer geplanten Operation (neoadjuvante Chemotherapie) angewendet werden und durch die sich der Tumor verkleinern soll, gehören ebenfalls zu unserem Behandlungsspektrum.

Neben den aktuellen Behandlungsstandards werden in Zusammenarbeit mit dem Tumorboard der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz auch individuelle Therapiekonzepte unter neuesten wissenschaftlichen Gesichtspunkten beachtet. Dabei besteht für unsere Patientinnen auch die Möglichkeit, an laufenden Therapiestudien teilzunehmen.
Um die Behandlung von Brustkrebserkrankungen weiter zu optimieren, haben sich Kliniken der Region zu einem Kooperationsnetzwerk, dem Südwestdeutschen Brustcentrum SWBC zusammengeschlossen, dem auch wir angehören.

Bei einer evtl. notwendigen Strahlenbehandlung, z.B. nach brusterhaltender Therapie, kooperieren wir eng mit der Universitäts-Strahlenklinik, welche über modernste strahlentherapeutische Möglichkeiten verfügt.

Eierstockskrebs (Ovarialcarcinom)

Bei einer bösartigen Erkrankung der Eierstöcke und der Eileiter steht zunächst die operative Behandlung im Vordergrund. Ziel ist es, im Rahmen der Erstoperation den Tumor komplett zu entfernen. Erweiterte operative Maßnahmen z.B. bei Miterkrankung des Darms werden in Zusammenarbeit mit der chirurgischen Abteilung unseres Hauses geplant und durchgeführt. Zur Bekämpfung der Krebserkrankung ist nach der Operation meistens auch eine Chemotherapie erforderlich. Diese  kann ambulant in unserer Abteilung durchgeführt werden.

Gebärmutterkrebs (Endometriumcarcinom)

Wird bei einer Ausschabung (Abrasio) eine bösartige Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut festgestellt, muss operiert werden. Abhängig vom Tumorstadium müssen gegebenenfalls auch Lymphknoten des Beckens mit entfernt werden. Sollte eine Strahlenbehandlung notwendig werden, kooperieren wir eng mit der Universitäts-Strahlenklinik.

Gebärmutterhalskrebs (Zervixcarzinom)

Werden bei der "Krebs-Vorsorge-Untersuchung" Auffälligkeiten des Abstriches vom Gebärmutterhals festgestellt, sollte eine Gewebeprobe (Biopsie oder Konisation) aus dem Gebärmutterhals erfolgen. Wird bei der feingeweblichen Untersuchung eine Krebserkrankung festgestellt, richtet sich die weitere Behandlung nach der Ausdehnung des Befundes. Neben der operativen Therapie können auch  Bestrahlung und/ oder Chemotherapie notwendig sein. Jedes Therapiekonzept wird mit der Patientin ausführlich besprochen und an ihre individuelle Situation angepasst.