Erster MRT-gängiger Herzschrittmacher implantiert
Erstmals ist am St. Josefskrankenhaus ein neu entwickelter Herzschrittmacher eingesetzt worden, mit dem der Träger trotzdem noch kernspintomografisch (MRT) untersucht werden kann. Besagte Patientin leidet neben einer Herzfunktionsstörung an einer schwerwiegenden Erkrankung ihres Auges, deren Verlauf jährlich im Kernspintomografen überprüft werden muss. Eine Untersuchung im röhrenförmigen MRT war für Menschen mit einem Herzschrittmacher bislang jedoch gefährlich. Die klassischen Herzschrittmacher sind empfindlich gegen die starken elektromagnetischen Felder, die bei der Untersuchung entstehen und funktionieren dann nicht mehr störungsfrei. Deshalb stand dieser Patientengruppe, die in Deutschland etwa 500 000 Träger von Herzschrittmachern umfasst, dieses strahlungsfreie Untersuchungsverfahren bisher nicht zur Verfügung. Dabei ist die Kernspintomografie bei allen Erkrankungen des Weichgewebes, insbesondere der Wirbelsäule, der Gelenke, Gefäße, des Gehirns und Rückenmarks sowie bei Tumoren und Entzündungsherden die Diagnosemöglichkeit der Wahl. „Mit dem neuartigen Herzschrittmacher konnten wir diese Lücke schließen", erläutert Dr. Rüdiger Bischoff, leitender Oberarzt der Inneren Medizin - Abteilung für Kardiologie und Angiologie, die Vorteile. „Schließlich treten bei vielen Patienten mit Herzschrittmachern im Laufe ihres Lebens Erkrankungen auf, die der Abklärung im MRT bedürfen. Dies ist endlich ohne weiteres möglich."
