Zentrum für Endokrine Chirurgie
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Behandlung von Erkrankungen der Schilddrüse

Die Schilddrüse sitzt im vorderen Halsbereich und sorgt durch die Produktion von Hormonen für den Energiehaushalt und den Grundumsatz des Körpers. Störungen sowie kropfähnliche Veränderungen der Schilddrüse kommen relativ häufig vor. Sie sind oft ungefährlich und müssen nicht entfernt werden. Schilddrüsenoperationen werden vor allem zum Ausschluss und zur Behandlung von bösartigen Tumoren (Schilddrüsenkrebs) durchgeführt. Aber auch gutartige Tumoren bedürfen, vor allem bei einer Überfunktion der Schilddrüse, möglicherweise einer Operation mit Entfernung der Knoten.

Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenunterfunktion und Schilddrüsenüberfunktion werden zumeist durch Entzündungen, gutartige Tumore oder durch Autoimmunerkrankungen verursacht. Bildet die Schilddrüse zu wenig Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenunterfunktion. Dies äußert sich in der Regel durch Müdigkeit, Antriebslosigkeit sowie durch eine Verlangsamung des magen-Darm-Traktees. Bildet die Schilddrüse hingegen zu viele Hormone, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Folgen sind vor allem eine allgemeine Überregbarkeit, nervosität, Hitzegefühl, Heißhunger, zittrige Hände, hervortretende Augen, Durchfälle und Herzklopfen. Durch Blutuntersuchungen kann die Menge der produzierten Hormone untersucht werden. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse ziehen. Einige Blutwerte können darüber hinaus auf Entzündungen oder Tumore hinweisen.

Schilddrüsenknoten, Tumore und Schilddrüsenkrebs

Zur Größenerfassung und zur Erkennung von Knoten wird ein Ultraschall der Schilddrüse durchgeführt. Um zu erkennen wo in der Schilddrüse vermehrt (Heiße oder Warme Knoten) oder vermindert (Kalte Knoten) Hormon hergestellt wird, kann eine Szintigrafie durchgeführt werden. Bei verdächtigen Knoten ist bei Bedarf eine Probeentnahme durch Feinnadelpunktion notwendig.Sorge verursachen vor allem bösartige Tumor, der Schilddrüsenkrebs. Je nach Art des Tumors ist die Überlebensprognose nach entsprechender Behandlung extrem gut bis extrem schlecht. Grundsätzlich gilt, je früher der Tumor erkannt wird, umso besser die Prognose.

Prof. Dr. med. Sebastian Freudenberg
Chefarzt Zentrum für Endokrine Chirurgie

Wann ist eine Schilddrüsenoperation notwendig?

In erster Linie werden Schilddrüsenoperation zum Ausschluß und zur Behandlung von bösartigen Tumoren (Schilddrüsenkrebs) durchgeführt. Die gutartige Vergrößerung der Schilddrüsen ohne Über- oder Unterfunktion bedarf in der Regel keiner Schilddrüsenoperation. Hier genügt es zumeist die Schilddrüse medikamentös mit Tablette zu versorgen, um diese klein zu halten. Wächst die Schilddrüse allerdings dennoch, kann Sie ein mechansches Hinderniss für Speiseröhre, Luftröhre oder Blutgefäße werden. Sollte die Schilddrüse soweit anwachsen, dass mechanische Probleme entstehen, sollte also auch bei gutartigen Vergrößerungen über eine OP nachgedacht werden. In diesem fall sollte man die  Schilddrüse operativ verkleinern oder ganz entfernen.

Es gibt auch eine Überfunktion der Schilddrüse ohne Knoten (z.B. morbus Basedow). Diese kann vorübergehend mit Medikamenten behandelt werden, bedarf aber oft längerfristig einer Operation oder einer inneren Bestrahlung mit radioaktiven Jod.

Ablauf einer Schilddrüsenoperation

Vor der Operation:
Bei einem ambulanten Termin werden Sie auf die Operation vorbereitet. Es wird der Ultraschall sowie die Hormonbestimmung, manchmal auch ein Szintigrafie durchgeführt. Ebenso werden die Stimmbänder überprüft.

Am Tag der Operation:
Sie werden gegen 7.00 Uhr morgens stationär aufgenommen. Die Operation erfolgt im Laufe des Vormittags, sodass Sie meistens mittags schon wieder auf Ihrem Zimmer sind und leichtes Mittagessen bekommen. Schläuche werden nur selten benötigt.

Die Operation:
In Vollnarkose wird die Schilddrüse über eine Öffnung im unteren Drittel des Halses freigelegt. und von den Nachbarorganen wie Stimmbandnerv und Nebnschilddrüsen isoliert. Ist nur eine Seite befallen, genügt es zunächst diese zu entfernen. Wenn beide Seiten betroffen sind, wird meistens die gesamte Schilddrüse bis auf einen minimalen gesunden Rest entfernt. Bei Schilddrüsenkrebs erfolgt meist die Entfernung der gesamten Schilddrüse.

Nach der Operation:
Die nächsten ein bis zwei Tage bleiben Sie zur Sicherheit im Krankenhaus, können sich aber frei bewegen. Das feingewebliche Ergebnis trifft nach zwei Tagen ein, sodass dieses und das weitere Vorgehen am Tag der Entlassung besprochen werden können. Bitte teilen Sie uns hierfür Ihren weiterbehandelnden Arzt mit (Fax-Nr.), sodass wir ihm die nötigen Befunde weiterleiten können.

Nach der Entlassung:
Vier Tage nach der Op sollten Sie zu ihrem Hausarzt um die Fäden zu ziehen. Sollte das feingewebliche Ergebnis (Histologie) bei Entlassung noch nicht vorliegen müssen Sie so lange mit der Einnahme von Schilddrüsentabletten warten. Je nachdem wieviel von der Schilddrüse verblieben ist, beginnt man mit 50 oder 100 Mikrogramm L- Thyroxin. Die Feineinstellung erfolgt dann durch Ihren Hausarzt oder den niedergelassenen Schilddrüsenarzt nach 3 Wochen. Die Dosierung der Hormone sollte mindestens einmal im Jahr durch eine Blutuntersuchung kontrolliert werden. Sollte bei der feingeweblichen Untersuchung ein bösartiger Tumor diagnostiziert werden, wird Ihr Fall in unserem Tumorboard besprochen, welches weitere Behandlungsempfehlungen gibt.

Ihre Sicherheit hat oberste Priorität

Sicherheit bei der Operation

Bei der Lösung der Schilddrüse kann es zu Verletzungen der Nachbarorgane wie z.B. den oberen oder unteren Stimmbandnerven kommen. Dies kann zu Heiserkeit führen.
Nachblutungen in den ersten 24 Stunden sind eine seltene Komplikation, die jedoch ein rasches Handeln erfordern. Insgesamt ist die Schilddrüsenoperation jedoch ein sehr sicherer Eingriff. Um die Stimmbandnerven sicher zu identifizieren, stellen wir während der Operation die Stimmbandnerven durch eine Nervenstimulation dar (Neuromonitoring).
Die jahrelange Erfahrung unserer Operatuere spielt zur Vermeidung von Nachblutungen und Verletzungen des Stimmbandnervs eine enorme Rolle.

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