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Behandlung von Sodbrennen und Refluxerkrankung

Der Begriff Reflux bezeichnet den Rückfluss des Magensaftes in die Speiseröhre. Der Magen produziert Salzsäure, um Nahrungsbestandteile zu verdauen und Krankheitserreger abzutöten. Verschließt der Muskel am Ende der Speiseröhre den Mageneingang nur unzureichend, kann saurer Mageninhalt in die Speiseröhre aufsteigen. Ein gelegentlicher Reflux von Magen- oder Darmflüssigkeit ist völlig normal und fast jedem als Sodbrennen bekannt. Kommt es allerdings gehäuft oder ständig zu einem solchen Rückfluss, sodass Beschwerden auftreten oder die Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) sich verändert, liegt eine Refluxkrankheit vor. Entzündet sich die Schleimhaut des Ösophagus aufgrund der Reizung durch den agressiven Magensaft, sprechen Mediziner von einer Refluxösophagitis. Bei sehr lang andauerndem Reflux kann hierdurch auch ein Speiseröhrenkrebs entstehen.

  • Symptome der Refluxkrankheit
    • Häufiges Sodbrennen
    • Druckgefühl hinter dem Brustbein
    • Oberbauchschmerzen
    • Schluckbeschwerden
    • Rückfluss von Speiseresten
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Brennen und Schmerzen im Rachenraum
    • Hustenattacken und Chronische Heiserkeit
    • Kehlkopf- und Rachenentzündungen
  • Ursachen der Refluxkrankheit
    • Funktionsstörung des unteren Speiseröhrenschließmuskels
    • Zwerchfellbruch (große Zwerchfellbruch, Thoraxmagen)
    • Verminderte Selbstreinigungsfähigkeit der Speiseröhre
    • Entleerungstörungen des Magens (Schädigung des N.Vagus, Diabestes mellitus)
    • Rückfluss von Dünndarminhalt in den Magen und die Speiseröhre
    • Schwangerschaft

Unsere Experten

  • Prof. Dr. med. Erhard Siegel
    Ärztlicher Direktor; Chefarzt Gastroenterologie, Diabetologie, Endokrinologie & Ernährungsmedizin

  • Dr. med. Roderich Bönninghoff
    Chefarzt Allgemein-, Viszeral- & Gefäßchirurgie

Kontakt und Terminvereinbarung

Kontakt Zentrum für Verdauungsorgane

Zentrum für Verdauungsorgane 
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Sprechzeiten Reflux
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Unser Leistungsspektrum

Diagnose

Am Anfang steht immer die Sicherung der Diagnose der Refluxerkrankung und die möglichst genaue Funktionsuntersuchung im Gastrointestinalen Funktionslabor. Erst dann kann eine Entscheidung über die weiter Behandlung getroffen werden. In der Regel wird die Refluxkrankheit medikamentös durch eine Hemmung der Säureproduktion mit sogenannten Protonenpumpenblocker behandelt. Darüber hinaus stehen Arzneistoffe zur Verfügung, die die Magensäure neutralisieren oder die Entleerung des Magens und damit auch den Transport der Magensäure in den nachfolgenden Dünndarm fördern. Um ein erneutes Auftreten zu verhindern erfolgt die Medikamenteneinnahme in der Regel ein Leben lang.

Operative Behandlungsmethoden

Springt der Patient auf die klassische Therapie nicht an oder bei einem Reflux, der mit großen Flüssigkeitsmengen oder dem Aufsteigen von Gallensaft vergesellschaftet ist, ist die operative Wiederherstellung des Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen das einzige Mittel, den Reflux dauerhaft zu unterbinden. Ein weiter Grund für eine operative Therapie sind große Zwerchfellbrüche (Hiatushernien bis hin zum Thoraxmagen oder der upside- down-Magen). Hier ist die möglichst genaue anatomische und physiologische Rekonstruktion der Übergangsregion zwischen Speiseröhre und Magen das Ziel der Behandlung.

Bei der operativen Behandlung der Refluxkrankheit, wird die Funktionalität des „Ventils“ am Übergang von Speiseröhre zum Mageneingang wiederhergestellt. Dabei legt der Chirurg den oberen Magenanteil, den Fundus, manschettenförmig um den Schließmuskel, um dessen Funktion zu verbessern. Der Eingriff erfolgt in der Regel laparoskopisch, das heißt über kleine Schleusen, durch die der Chirurg eine Minikamera und die benötigten Operationsinstrumente in den Bauchraum einführen kann.

  • Fundoplikatio nach Nissen-DeMeester

    Bei der Durchführung der Fundoplikatio nach Nissen-DeMeester wird die Manschette komplett um die untere Speiseröhre gelegt und die Vorderwand des Magenfundus mit der Hinterwand des Magenfundus und der Speiseröhre vernäht. Während dieser Procedere wird ein dicker Schlauch in die Speiseröhre gelegt um die Fundoplikation zu kalibrieren und spätere Schluckstörungen zu vermeiden.

  • Fundoplikatio nach Toupet

    Bei der Fundoplikatio nach Toupet wird die Schlinge nicht komplett um die Speiseröhre herumgeführt. Die Befestigung erfolgt mit Nähten an das Zwerchfell und an die vordere Wand der Speiseröhre. Die Toupet-Fundoplikatio sollte bei Vorliegen einer Motilitättsstörung der Speiseröhre (z.B. im Rahmen einer Polyneuropathie bei Diabetes mellitus) vorgezogen werden.

  • Magnetschal (LINX R)

    Bei Patienten ohne Zwerchfellbruch kann auch die Implantation eines Magnetschal (LINX R) in Betracht gezogen werden. Hierbei wird eine kleine Kette mit Titanperlen mit Erdmagneten im Inneren um den unteren Speiseröhrenschließmuskel gelegt. Durch die Kraft der Speiserührenbewegung öffnet sich dies Magnetkette und der Speisebrei kann in den Magen gelangen. Dann schließt die Magnetkraft die Kette wieder und der Schließmuskel ist verschlossen. Für diese Therapie kommen allerdings nur Patienten mit normaler Speiseröhrenbewegung in Frage.

  • Zugang

    Der Zugang erfolgt in der Regel transabdominal (durch die Bauchdecke). Dabei kann die offene Vorgehensweise oder die Laparoskopie zum Einsatz kommen. Aufgrund der schnelleren Rekonvaleszenz und hervorragenden kosmetischen Ergebnissen ist die Laparoskopie nach Möglichkeit vorzuziehen. Bei über 90 % der behandelten Patienten führt die Fundoplikatio zur dauerhaften Heilung von der Refluxerkrankung. Besonders junge Patienten mit rezidivierenden Reflux-Episoden profitieren von der chirurgischen Vorgehensweise. Auf Dauer betrachtet ist die Fundoplikatio bei jungen Patienten kostengünstiger als eine Dauermedikation bei konservativer Therapie.

Hochmoderne Ambulanz

In der frisch eingeweihten Ambulanz für Innere Medizin finden die Sprechstunden des Zentrums für Verdauungsorgane ein neues Zuhause. Durch den interdisziplinären Ansatz des Zentrums, kann sich hier insbesondere der Diagnose und Therapieplanung bei Patienten mit komplexen Krankheitsbildern bestmöglich angenommen werden. Durch das Tür-an-Tür-Prinzip der Ambulanz hat das Ärzteteam die Möglichkeit, schnell Rücksprache zu halten und jeden Fall aus allen möglicherweise relevanten Blickwinkeln zu betrachten. Das Team der Ambulanz wiederum kümmert sich direkt nach der Diagnosefindung bei Bedarf um die Vergabe eines stationären Termins und koordiniert die Therapieplanung ebenso wie den Krankenhausaufenthalt sowie die eventuelle Anschlussbehandlung und Nachsorge.

Weiterführende Informationen

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